Notfallpflege als eigenständige Fachrichtung

Neues Ressort in der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege nimmt Arbeit auf

Nachdem sich Pflegende aus Anästhesie und Intensiv, dem OP, der Nephrologie und vielen anderen Einsatzgebieten bereits seit Jahren in der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF) organisieren, geht nun auch die Notfallpflege diesen Weg.

Auf Initiative von Notfallpflegenden aus zahlreichen Krankenhäusern aus allen Bundesländern hat die DGF die Einrichtung eines entsprechenden Ressorts beschlossen. Dieses Ressort soll Sprachrohr und Austauschplattform für Notfallpflegende in ganz Deutschland sein. 

Pflegende in den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser sehen sich in den letzten Jahren einer Zunahme an Aufgaben gegenüber, deren Erfüllung immer höhere Anforderungen stellt. Drei Gründe sind es, die zu den steigenden Anforderungen führen:

  • Die bislang existierenden Fach-Notaufnahmen wachsen in immer mehr Krankenhäusern zu interdisziplinären zentralen Notaufnahmen zusammen. Für die Häuser wird dadurch die Versorgung der Notfallpatienten einfacher und sie können sparen, auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bereiche aber kommen Patienten mit neuen und komplexeren  Krankheitsbildern hinzu.
  • Durch die zunehmenden Nachwuchsprobleme in der haus- und fachärztlichen Abdeckung und die Budgetprobleme im Bereich der niedergelassenen Ärzte stehen den Patienten in manchen Gegenden oder Fachgebieten zu wenig Niedergelassene zur Verfügung. Um weitere lange Wartezeiten auf einen Arzttermin zu vermeiden, suchen diese Patienten in steigender Zahl die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf. Die Notaufnahmen sind oft weder in personeller noch räumlicher Hinsicht auf diese Steigerungen eingerichtet, die Mitarbeiter müssen versuchen, diese Defizite durch verstärkten Einsatz zu kompensieren.
  • Durch die zunehmenden Nachwuchsprobleme in der haus- und fachärztlichen Abdeckung und die Budgetprobleme im Bereich der niedergelassenen Ärzte stehen den Patienten in manchen Gegenden oder Fachgebieten zu wenig Niedergelassene zur Verfügung. Um weitere lange Wartezeiten auf einen Arzttermin zu vermeiden, suchen diese Patienten in steigender Zahl die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf. Die Notaufnahmen sind oft weder in personeller noch räumlicher Hinsicht auf diese Steigerungen eingerichtet, die Mitarbeiter müssen versuchen, diese Defizite durch verstärkten Einsatz zu kompensieren.

Künftig wird sich dieses Problem noch durch die steigende Zahl älterer, oft multimorbider, Patienten verschärfen.

Die in den Notaufnahmen benötigten Qualifikationen erwarben die dort tätigen Pflegenden in der Vergangenheit durch die Krankenpflegeausbildung, vertieften sodann durch Wissenserwerb im Rahmen der Berufstätigkeit und einzelne kleinere Fortbildungen. Die steigenden künftigen Anforderungen werden diesen Weg nicht mehr länger zulassen, die höheren Anforderungen verlangen eine frühzeitig zu erwerbende, zusätzliche, umfassende Qualifikation.

Vor diesem Hintergrund haben sich Pflegende aus vielen verschiedenen Notaufnahmen Deutschlands dazu entschlossen, eine gemeinsame Fachgruppe zu bilden. Im Oktober 2011 wurde zu diesem Zwick Kontakt mit der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. aufgenommen, die im April 2012 den Beschluss gefasst hat, ein entsprechendes Ressort „Notfallpflege“ unter ihrem Dach einzurichten. Bereits im Oktober 2011 wurden von den „Gründungsmitgliedern“ des Ressorts Andrea Stewig-Nitschke aus Cottbus und Jörg Krey aus Hamburg zu ihren kommissarischen Sprechern bestimmt und im Juni in ihrer Rolle bestätigt. Am 5. November 2012 fand in Göttingen eine erste Konferenz aller Interessierten statt, hier wurde nun die Struktur fest beschlossen.

Vorbild dieser Fachgruppe Notfallpflege ist die „Schweizer Interessensgemeinschaft Notfallpflege“ (SIN) www.notfallpflege.ch ,die bereits seit Jahren sehr erfolgreich die Entwicklung der Notfallpflege in der Schweiz vorantreibt. 

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